Mac OS X: Maus springt [Update 12.04.2011]

Problem: Am Mac bzw. unter OS X springt aus heiterem die Maus. Da ich eine Funkmaus (Logitech) verwende, habe ich das natürlich zuerst auf die Funkverbindung geschoben — auch wenn ich es eigentlich nicht wahr haben wollte. Der Gegentest mit einer Magic Mouse zeigte auch wenig (erfreuliche) Resultate. Anders herum funktionierte die Funkmaus aber an einem anderen Ort (und anderem Rechner).

Als jedoch auch die eigens dafür organisierte Kabelmaus auch sprang, musste der Fehler woanders liegen. Ich habe die üblichen Maßnahmen abgeklappert: PRAM-Reset, Caches löschen, Neustarten, Rechte prüfen. Alles Dinge, die zwar sowieso ‘mal sinnvoll sind, nur mir irgendwie nicht weiterhalfen.

Über Google findet man zwar einiges zum Thema, aber wenig davon hilft (und teilweise sind USB-Probleme, die irgendjemand mal mit einer Festplatte hatte, schon uralt oder zu situationsspezifisch). Schließlich aber brachte mich DIESER GENIALE BEITRAG auf eine kuriose, aber schlussendlich einfach brilliante Idee: Displayportstecker ab!

Damit wäre zwar die Frage noch offen, was da Probleme macht (Spannung am Stecker?!).. aber zumindest ist USB wieder nutzbar.

Ich schließe den Tag mit einem.. WTF?!

Update: Andreas (Kommentar #1) gab mir den sehr wertvollen Tipp, dass es an dem, zwar Original Apple, passiven DisplayPort-zu-DVI-Adapter liegt. Ein aktiver Adapter kostet heute auch nicht mehr viel mehr als ein sein passives Pendant. Im Internet geistern (alte) Preise von bis zu 100$, das ist also längst Geschichte. Über Amazon gibt es den Adapter von XFZ für knapp 20 €.

In der englischsprachigen (wo sonst!) Wikipedia liest man, dass das was mit Dual-DVI zu tun hat. Und mein externer 24″-Monitor braucht die…

Mac vs. PC is dead – Long live PC vs. Mac.

Die Werbevideos von Apple waren stehts sehr amüsant, wenngleich natürlich immer mit den ähnlichen Klischees von “Mac” und “PC”. So wurden einzelne Argumente gezielt überzeichnet, machten aber somit den ganzen Clip bzw. die Serie bisweilen unterhaltsam. Leider hat Apple sich in den vergangenen Monaten entschieden, die Serie einzustellen.

Nun scheint Microsoft sich gedacht zu haben, dass sie das auch können. Seltsamerweise machen sie aber keine lustigen Clips, sondern gehen ernsthaft mit einer PC vs. Mac Liste an den Mann. Und die meinen das wohl sogar ernst.

Microsoft: PC vs Mac

Unter der Fragestellung “Deciding between a PC and a Mac?” werden eine Reihe von seltsamen Argumenten aufgelistet.

You can’t get a Mac that ships with a Blu-ray player, TV tuner, Memory Stick reader, or built-in 3G wireless. You can with PCs running Windows 7.

Richtig ist, dass man keinen Mac mit dieser Hardware zusammen oder integriert kaufen kann. Vorteil für den PC ja. Dafür braucht man aber kein Windows 7.

Most of the world’s most popular computer games aren’t available for Macs. And Macs can’t connect to an Xbox 360. PCs are ready to play.

Die Spiele-Karte ist immer gut zu ziehen. Auch ein Vorteil für den PC. Ob allerdings die fehlende Verbindungsmöglichkeit[1] eventuell nicht auch Microsofts Wunsch ist? 😉

Most Macs can’t hook up to your TV unless you buy a converter dongle. Many PCs runningWindows 7 are designed to connect directly to TVs, so you can watch movies and see photos on the big screen.

Generell wohl eher eine PC-Domäne, wohl aber PC-abhängig. Ob jedoch im Zeitalter von DisplayPort das heutzutage eine einfache Entscheidung ist? Und wieso braucht man dafür Windows 7?

Things just don’t work the same way on Macs if you’re used to a PC. For example, the mouse works differently. And many of the shortcuts you’re familiar with don’t work the same way on a Mac.

Das ist schon was lachhaft. Die Maus ist anders, und deshalb ist der PC besser? Das ist überhaupt kein Argument für “Mac vs. PC”. Das zielt augenscheinlich nur an Windows-Anwender, die mit dem Gedanken spielen, zum Mac zu wechseln.

Windows 7 was designed to make it simpler to do the tasks you do every day, with features that the Mac doesn’t have. For example, the new Snap feature makes it easy to view two documents side by side.

Windows wird mit jeder Version immer mehr ein Wizard-OS. Das Snap-Feature ist in der Tat ein sehr praktisches und vor allem produktives Feature. Und dafür braucht man, wenn man mal Zusatztools für andere Windows oder OS X ausser acht lässt, sogar wirklich mal Windows 7. Der Mac hat aber auch nette Features, die Windows nicht hat. Aber gut, das ist ja PR von Microsoft. Das sei das mal verziehen (würde Apple wohl auch so machen).

Unlike Macs, many PCs running Windows 7 support Touch, so you can browse online newspapers, flick through photo albums, and shuffle files and folders—using nothing but your fingers. PCs with a fingerprint reader even let you log in with just a swipe of your finger.

Der Brüller! Touch in der Domäne von Microsoft Windows! Wie viele PCs fallen uns denn so spontan ein, die “Touch” können…. ja? Die Touch-Fähigkeit von Windows 7 steht nur auf dem Papier, in der Praxis gibt es da nichts. Vielleicht noch nicht? Und wenn es wirklich einen Hersteller geben sollte, der da was tolles gezaubert hat (Kommentare?), dann mit Sicherheit nicht durch den Verdienst von Microsoft.

If most of the computers in your office or school run Windows you may find it harder to get things done with a Mac.

Das passt natürlich wunderbar mit der Meldung, dass der Anteil an Macs an amerikanischen (Hoch-)Schulen weiter ansteigt bzw. überdurchschnittlich liegt.

If you use Apple’s productivity suite, sharing files with PC users can be tricky. Your documents might not look right and your spreadsheets might not calculate correctly.

Das ist richtig. Allerdings sollte jemand, der im Glashaus sitzt, nun wirklich nicht mit Steinen werfen.

You’ll have to buy a separate hardware dongle to plug your Mac into a standard VGA projector. Most PCs with Windows 7 hook up easily.

Was Beamer angeht: Richtig. Allerdings ist der Vorteil auch nur ein Neusprech für: PCs haben alle noch einen zusätzlichen, veralteten Analog-Anschluss. Kostet Gewicht, kostet auch Geld, kostet Platz.

On a Mac, out of the box, you can only encrypt your home folder. With Windows 7 Ultimate, you can encrypt your entire hard drive and even USB drives. So your stuff can be safer wherever you go.

Out of the Box ist das selbstverständlich richtig. Mit der Ultimate..

With a Mac, it’s harder to set up secure sharing for your photos, music & movies, documents, and even printers with other computers on your home network. With HomeGroup, it’s easy to connect all the computers in your house running Windows 7.

Sagen wir mal so: In einem reinen homogenen Windows 7- Netzwerk ist das sogar einfach schön. Durch zahlreiche neue Protokolle, Wizards und Austauschverfahren ist das tatsächlich irgendwie irgendwann einfach[2]. Aber bitte, bitte versucht nicht, eine stink normale Freigabe mit Kennwort für Nicht-Windows-7-Systeme (etwa XP) zu erstellen. Da kann man unter Windows 7 verzweifeln. Das ging unter XP besser. Und unterm Mac sowieso.

On a Mac, you have to manually set up photo sharing, manually set up music and movie sharing, manually set up file sharing, and manually set up printer sharing. It’s easy to automatically and securely network with all the computers in your house when they’re running Windows 7.

Einmal abgesehen davon, dass die Freigabe in iTunes (Musik) sogar automatisch geht. Ja, muss man vorher aktivieren. Muss man doch unter Windows auch? Pluspunkt ist aber natürlich ein Wizard *kicher* für die Verwaltung der Medienfreigabe. Also das mit dem Pluspunkt war jetzt ernstgemeint. Und dafür braucht man Windows 7, ja.

Apple’s productivity suite file formats won’t open in Microsoft Office on PCs. This can be a real hassle for Mac users sharing work documents with PC users.

Ja. Und Microsofts-Formate lassen sich mit einigen Abstrichen auf dem Mac öffnen. Ist das jetzt nicht eher ein Vorteil? Gefährliche Argumentation. Vor allem: Microsoft plant doch noch, Office für Mac zu veröffentlichen?

If there’s a Mac version of a program you need, you’ll have to buy it again and relearn how to use it on a Mac.

Das kann durchaus ein Problem sein, wenn man viel Software gekauft hat. Das ist kein Vorteil vom PC (wie oben), sondern eher ein Problem von einem generellen Plattformwechsel. Und tatsächlich kann auch der Wechsel von Windows XP zu Windows 7 dazu führen, dass man sich neue Software kaufen muss. Und das man die Bedienung neu lernen muss. Weil vielleicht jemand der UI-Abteilung auf die Idee gekommen ist, alles neu mit Ribbons zu machen? 😉

You can’t get a Mac with a Blu-ray player, TV tuner, Memory Stick reader, or built-in 3G wireless. PCs running Windows 7 often come with features that aren’t available on even the highest end Macs, including Blu-ray, eSATA, multi-format card readers, Touch, and mobile broadband.

Weil es so schön war, kommen jetzt die schönsten Argumente noch mal. Ich zitiere mich selber: “Richtig ist, dass man keinen Mac mit dieser Hardware zusammen oder integriert kaufen kann. Vorteil für den PC ja. Dafür braucht man aber kein Windows 7.” Dazu kommt natürlich eSATA. Und das mit UMTS scheint so gut zu sein, dass man es sogar 2x sagt. Ist ja auch für manche sicherlich ein Kaufargument, keine Frage.

Macs only come in white or silver. PCs are available in a full spectrum of colors across a range of price points.

“Uns fällt sonst nichts mehr ein.” – Mir auch nicht.

With PCs running Windows 7, you can play the videos and music stored on your home PC while you’re on the go, for free. Apple charges $99/year for its online service.

Ich schätze mal, Microsoft zielt damit auf ihren Dienst “Windows Live SkyDrive” oder Windows Live Storage. Apples Gegenstück dazu ist MobileMe. Ob einem MobileMe wirklich 99$ wert ist, muss jeder selber wissen. Die beiden Dienste zu vergleichen (dazu gehört ja auch Features wie E-Mail, Echtzeit-Synchronisation, Kalender, Kontakte) ist auf Anhieb schwierig. In beiden Fällen würde ich jedoch zu Dropbox nutzen, weil es nicht nur unter Windows *und* OSX läuft, sondern auch unter Linux. Die Mehrwerte von Live und MobileMe sind ja eh belanglos, laut dieser Argumentation.

Fazit

Einige Punkte sind unlogisch oder zielen auf Windows-Nutzer ab (Gruber nennt’s defense), die wechseln könnten/wollten. Viele Punkte sind durchaus Pluspunkte für den PC, aber nicht für Windows 7 (obwohl Microsoft das so dahinstellt). Das eine oder andere liegt irgendwo zwischen PR-Geschwafel und ausgemachter Blödsinn.

  1. [1] Es gibt aber immerhin Connect360: http://www.nullriver.com/products/connect360
  2. [2] Das hat die c’t vor einigen Monaten schön als mehrseitigen(!) Bericht behandelt. #wizardos

Adobe vs. Apple

Es gibt derzeit eigentlich hauptsächlich zwei gute Artikel, wenn man sich mit etwas Hintergrundinformationen über diesen angeblichen “Krieg” (laut Presse…) bereichern will.

Zum einen hat John Gruber bereits vor einigen Tagen hübsch zusammengefasst, was es sich mit dem Multitasking und der Section 3.3.1 (das ist der Abschnitt, der Adobe zur Zeit die Galle hoch kommen lässt). Der Grundtenor: Es geht nur um die Kontrolle der Plattform (siehe unten). Außerdem können die fremden, 3rd-Party-Tools nicht alle Features wie Multitasking automatisch. Apple ist also darauf angewiesen, dass der Dritte dies mit einbaut. Der Anwender bekommt sonst ein inkonsistentes Produkt, und das will Apple nicht. Das ist eine Strategie, die sich bei der iPhoneOS-Produktpalette nachweislich bezahlt hat.

Desweiteren hat ein Entwickler auf seinem Blog /dev/why!?! sehr schön aufgezeigt, wer hier eigentlich wen angegriffen hat. Dem kann ich nur beipflichten, ich zitier die interessantestem Stellen, der Titel lautet: It’s all about the framework.

Imagine if 10% of the apps on iPhone came from Flash. If that was the case, then ensuring Flash didn’t break release to release would be a big deal, much bigger than any other compatibility issues.

[…]

Shipping a release where they break a large percentage of apps is not generally an option. Letting any of these secondary runtimes develop a significant base of applications in the store risks putting Apple in a position where the company that controls that runtime can cause delays in Apple’s release schedule, or worse, demand specific engineering decisions from Apple, under the threat of withholding the information necessary to keep their runtime working.

[…]

So ultimately, preventing Flash on the platform is about control, but is not control over the user experience of the Flash applications, or even the languages used. It is about the runtimes they bring on to the system, and Apple’s control over future releases of iPhone OS.

Diese Problematik ist den meisten Trollen unserer hiesigen IT-Welt natürlich völlig fremd *g* Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Als Unternehmen einen potenziell nicht kleinen Teil der Anwendungen aus der Hand zu geben, mit allen Konsequenzen. Und das Haupteinfallstor Nummer 1 auf PCs (und auch Macs) ist… jawohl, Flash. Die Betriebssysteme (auch Windows) sind heutzutage meist sehr gut abgeriegelt, aber Flashlücken tauchen dauernd auf. Microsoft ist machtlos, Apple ist machtlos. Und den Pinguinen ist das total latte.. :)

There is no doubt in my mind that if they asked Apple to bless this they were rebuffed, and if they didn’t ask the only reason they didn’t was because they knew Apple would say no. In either event, they announced the product to their customers and sold them on an idea they were not in a position to deliver, hoping Apple would be unwilling to piss off developers by not fulfilling Adobe’s promises. They tried to force Apple’s hand by putting Apple in a position where in order stop the Flash they would have to do it publicly in front of Adobe’s users. That was a bad call on Adobe’s part.

Das ist eine völlig neue Perspektive: Das Ganze wäre nur ein taktisches Spielchen seitens Adobe, in welchem es nur zwei Auswege gab. Spiel ohne Trumpf, und mit hohem Einsatz. Und ganz wertfrei betrachtet: Es ist gut, wenn man nicht sofort vor anderen großen Firmen kuscht.

They can get an awesome, high performance, Flash environment working on Android, and get a bunch of great Flash apps running on Android phones. As much as Apple wants to control iPhone, I am willing to bet they want to beat Android more.

Tja, und da haben wir das Problem: Ich glaube nicht, dass Adobe das in der nächsten Zukunft machen werden. Die hatten genug Power und Geld, das in den letzten 3 Jahren zu machen; da bestand aber wohl keine (wirtschaftliche) Interesse. Warum sollten sie also jetzt damit anfangen?

Every day Adobe does not have a widely deployed mobile Flash, is a day they are not having Flash based mobile apps developed, and is a day the odds of mobile Flash being successful goes down a little bit.

[…]

That’s right, Adobe has been making the case for Flash on iPhone for 3 years, but still hasn’t deployed a non-lite version of Flash on any phones, even when Apple is not obstructing them.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Für den Anwender kann das ganze nur positiv ausgehen — und deswegen ist es auch gut so:

  • Adobe schafft es tatsächlich und bringt mobil-optimierte Versionen der Flashruntime heraus, die zudem auch mit speziellen Geräteeigenschaften ausgestattet sind. Sie müssen zeigen, dass sie auch Neuerungen zeitnah (oder gleichzeitig) herausbringen. Stellt sich hingegen heraus, dass ein Flashplayer auf Android auch erst Monate später die neuen Features unterstützt, dann…
  • Adobe bringt wirklich mal einen optimierten Flashplayer für Mac OS X heraus (derzeit gibt es wohl eine WebKit nightly + 10.1-Beta, die ja scheinbar wirklich Welten besser ist).. wäre ja nach jahrelanger Stromverschwendung der CPU auch mal Zeit, oder?
  • Adobe schafft es nicht, und die Anwender können sich nicht über unzureichende Akkulaufzeiten oder Userinterfaces bei der Plattform “iPhone OS” beschweren. Denn was ein Entwickler zu unterscheiden weiß, das kann der Anwender nicht (“Ist das ein Flashspiel?”).